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Radio Bern
Der lange Schatten der Schweizer Kinderheime

Die heute 68-Jährige Madeleine wurde als Baby weggeben und hat ihre Kindheit in verschieden Kinder- und Erziehungsheimen verbracht. Eines dieser Heime war das Erziehungsheim «Les Mûriers» für sogenannte zurückgebliebene und schwer erziehbare Mädchen im Städtchen Grandson, im Kanton Waadt. Dort habe Madeleine laut eigenen Angaben Medikamente erhalten, die sie unfruchtbar machen sollten. Unsere Redaktorin Susanne Grädel hat diese Geschichte von Madeleine nicht mehr losgelassen. Sie begann zu recherchieren: War es wirklich gang und gäbe, dass in Schweizer Kinder- und Erziehungheimen Mädchen mittels Medikamenten sterilisiert wurden? Monatelange zähe Nachforschungen folgten.

In dieser Sendung heften wir uns an Susanne Grädels Fersen und werfen einen Blick in dieses dunkle Kapitel der neueren Schweizer Geschichte. Station für Station begleiten wir unsere Redaktorin auf ihrer Recherche quer durch die Schweiz und ins benachbarte Ausland.

Projekt SH 8.0714 - eine dunkle Episode der Medikamentenforschung

In der badischen "Diakonie Kork" wurde Anfang der 70er Jahren an Jugendlichen mit geistiger Behinderung ein triebhemmendes Medikament getestet - ohne Einwilligung und ohne die Jugendlichen und ihre Angehörigen zu informieren. Ich berichtete darüber in zwei Radiodokumentationen und in der fünfteiligen SWR-Radioserie "Auf der Suche nach Schorsch".

Für die Süddeutsche Zeitung habe ich meine jahrelange Recherche zusammengefasst. Hier der Artikel in der Wochenendausgabe vom 30./31. März 2019: Projekt SH 8.0714 - eine dunkle Episode der Medikamentenforschung